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| Racing | Rally ► Dakar

  • Autorenbild: Uwe Laurisch
    Uwe Laurisch
  • 27. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

just ride 02 | 2026 | Racing |


Rallye Dakar – Historischer Showdown bei der 48. Ausgabe



Die 48. Ausgabe der Rallye Dakar wurde ihrem Ruf als härteste Rallye-Raid der Welt einmal mehr gerecht – und sie wird vor allem wegen eines dramatischen Finales in Erinnerung bleiben.

Mit einem Vorsprung von 3 Minuten und 20 Sekunden startete Ricky Brabec in die letzte Etappe. Doch nur sieben Kilometer vor dem Ziel unterlief ihm ein folgenschwerer Navigationsfehler. Diese entscheidenden Sekunden nutzte Luciano Benavides, um das Blatt zu wenden – und sicherte sich den Gesamtsieg mit nur zwei Sekunden Vorsprung. Es war das knappste Finish in der Geschichte der Dakar.


Foto: KTM

Benavides’ Triumph: Geschwindigkeit, Konstanz und Nervenstärke

Luciano Benavides zeigte über die gesamte Rallye hinweg eine außergewöhnliche Leistung:

  • Drei Etappensiege, darunter ein Schlüssel-Erfolg auf der ersten Marathonetappe

  • Konstante Platzierungen in der Spitzengruppe

  • Intelligentes Rennmanagement auch im extrem anspruchsvollen Terrain

Sein Durchhaltevermögen zahlte sich aus: Am letzten Tag gab er nicht auf – und wurde belohnt.

Der Triumph bedeutet:

  • Den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere

  • Den 21. Dakar-Titel für KTM

  • Die Fortsetzung einer bemerkenswerten Familientradition nach den Dakar-Siegen seines Bruders Kevin Benavides (2021 und 2023)


Foto: HRC

Brabecs bittere Sekunden

Für Ricky Brabec war es eine emotionale Achterbahnfahrt. Vor der finalen Etappe lagen nur noch 105 Kilometer Wertungsprüfung vor ihm – ohne vorgegebene Route, was präzise Navigation unerlässlich machte.

Die letzte Prüfung bestand aus zwei Abschnitten, getrennt durch eine Verbindungsstrecke:

  1. Technisch anspruchsvolle Berg- und Talpassagen

  2. Eine schnelle Route entlang der Küste des Roten Meeres bis ins Ziel im Biwak von Yanbu

Brabec setzte früh ein hohes Tempo, doch der Navigationsfehler kurz vor Schluss kostete ihn den möglichen dritten Dakar-Titel. Am Ende blieb ihm der bittere zweite Platz – nur zwei Sekunden hinter Benavides.


Podium komplettiert

Den dritten Rang belegte Brabecs Teamkollege Tosha Schareina vom Team Monster Energy Honda HRC.

Diese Dakar war nicht nur ein Rennen, sondern ein Motorsport-Drama bis zur letzten Minute – ein Finale, das in die Geschichte des Rallye-Raid-Sports eingehen wird.


Fahrerstimmen

Foto: KTM

Luciano Benavides: Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich habe nie aufgehört davon zu träumen. Heute Morgen bin ich voller Energie und Motivation aufgewacht, habe nur daran gedacht, was ich alles schaffen kann und an mich selbst geglaubt – das war der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe das für mich selbst getan und dieses Gefühl ist einfach unglaublich. Mit nur zwei Sekunden Vorsprung zu gewinnen, ist unfassbar. Ich habe sogar die letzten beiden Kurven verpasst und wäre fast gestürzt, es war also wirklich knapp, aber es hat sich gelohnt. Ich kann diesen Moment ehrlich gesagt nicht beschreiben. Das ist meine neunte Dakar und es hat sich gezeigt: Wenn man nie aufhört zu träumen, nie aufhört zu glauben und immer weiter für seine Ziele kämpft, ist alles möglich. Ich habe nie aufgegeben. Selbst heute, als ich Zeit verlor und sah, wie Ricky alles gab, habe ich mir immer wieder gesagt, dass es erst auf dem letzten Kilometer vorbei ist. Am Ende hat er einen kleinen Fehler gemacht und ich habe es geschafft. Es ist einfach unglaublich. Vamos Argentina! Jetzt ist es Zeit, mit meiner Familie, meinen Freunden, meinen Sponsoren und allen, die mich all die Jahre unterstützt haben, diesen Traum zu verwirklichen, zu feiern.

Foto: HRC

Ricky Brabec: Diese Dakar war ein echter Kampf von Anfang bis Ende. Auf der letzten Etappe verleitete mich eine ziemlich verwirrende Beschilderung dazu, die falsche Linie zu wählen. Als ich umkehrte, war Luciano hinter mir und erkannte die Situation. Er blieb auf dem richtigen Weg, was in diesem engen Rennen den Unterschied ausmachte.

Foto: HRC

Tosha Schareina: Vor ein paar Jahren kämpfte ich nur darum, überhaupt im Rennen zu sein. Heute fühlt es sich fast schon normal an, auf dem Podium zu stehen. Aber ich muss realistisch sein: Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, hier zu stehen. Dafür habe ich mein ganzes Leben lang gekämpft. Ich freue mich, dass wir zwei Hondas aufs Podium gebracht haben. Ich muss mich in einigen Bereichen noch verbessern, aber ich bin auf dem richtigen Weg. Manchmal muss man einfach mehr auf die Details oder die Navigation achten, und in den schnellen Abschnitten war ich auch nicht ganz so schnell.

Rallye Dakar - Saudi Arabien - 3.-17.1.2026

Endstand:

1. Luciano Benavides, ARG, KTM, 49:00:41 h; 2. Ricky Brabec, USA, Honda, 49:00:43; 3. Tosha Schareina, E, Honda, 49:25:53; 4. Skyler Howes, USA, Honda, 49:57:22; 5. Daniel Sanders, AUS, KTM, 50:03:56; 6. Adrien van Beveren, F, Honda, 50:05:27; 7. Ignacio „Nacho“ Cornejo, CHI, Hero, 50:40:31; 8. Ross Branch, BOT, Hero, 51:49:56; 9. Toni Mulec, SLO, KTM, 51:57:59; 10. Preston Campbell, USA, Honda, 52:02:36.


Weitere Informationen, Ranglisten, Bild- und Videomaterial unter:

Fotos:
KTM, HRC

Quelle:

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