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| People | Kevin Gallas + Mike Wiedemann ► Africa Eco Race

  • Autorenbild: Uwe Laurisch
    Uwe Laurisch
  • 27. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

just ride 01 | 2026 | People |


Triumph in der Wüste – Deutscher Doppelerfolg beim Africa Eco Race


Zwölf Etappen. Tausende Kilometer. Die legendäre Original-Route der Dakar. Und am Ende ein historischer Moment: Kevin Gallas gewinnt das Africa Eco Race – als erster Deutscher überhaupt. Auf seiner Yamaha Ténéré schreibt er Motorsportgeschichte. Mit Mike Wiedemann auf Platz drei der Big-Bike-Wertung stehen gleich zwei Deutsche auf dem Podium. Ein Wüstenmärchen, das selbst die Protagonisten so nicht erwartet hatten.



Vom Mitfahren zum Mitmischen

Nach einer starken ersten Hälfte gingen Gallas und Wiedemann ohne konkrete Siegträume in die zweite Rennwoche. Beide topfit, beide fokussiert – aber eher mit Blick auf solide Ergebnisse als auf die Gesamtwertung.

Doch plötzlich stand Kevin ganz oben im Klassement. Eine Momentaufnahme? Vielleicht. Denn hinter ihm lauerte geballte Erfahrung: unter anderem der frühere Motocross-Star Gautier Paulin im offiziellen Yamaha Rallye Team. Auch Routiniers wie Alessandro Botturi hielten das Tempo hoch.

Spätestens nach dem Grenzübertritt von Marokko nach Mauretanien war klar: Jetzt beginnt das eigentliche Rennen.


Mauretanien: Sand, Hitze, Sekunden

Die kurzen Abstände zeigten, wie sehr sich das Niveau im Rallyesport verschärft hat. Sechs oder sieben Minuten Rückstand – früher kaum der Rede wert – können heute entscheidend sein.

Auf Stage 7 lieferten sich Gallas und Wiedemann ein Duell, das die Brutalität dieser Rallye unterstreicht: Nach fast sechs Stunden im extrem weichen Tiefsand trennten sie gerade einmal 18 Sekunden. Platz eins für Kevin, Platz zwei für Mike. Zwei Ténérés an der Spitze.

Doch Sicherheit gibt es bei einer Rallye nicht. Sandstürme, Navigationsfehler, nächtliche Bergungsaktionen im hinteren Feld – Mauretanien forderte Mensch und Material.


Rechnen bis zur Ziellinie

Während Mike mit einer starken Aufholjagd Platz drei bei den Big Bikes festigte – und den Vorsprung auf Jacopo Cerutti kontrollierte –, entwickelte sich zwischen Gallas und Paulin ein echter Krimi.

Am Tag der Einreise in den Senegal spitzte sich alles zu. Paulin gewann die Etappe. Kevin folgte kurz darauf. Teammanager Marc Bourgeois rechnete fieberhaft. Sekunden entschieden über Tage voller Strapazen.

Am Ende stand die Zahl, die in Erinnerung bleiben wird: 41 Sekunden Vorsprung in der Gesamtwertung nach elf gewerteten Etappen.




Der Moment am Lac Rose

Die zwölfte Etappe führte traditionell ohne Zeitwertung an den Strand von Dakar und weiter zum legendären Lac Rose. Dort wurde aus Anspannung pure Emotion.

Kevin Gallas stemmte als erster Deutscher die Trophäen für den Gesamtsieg und die Big-Bike-Wertung in den Himmel. Ein Moment, den er selbst kaum für möglich gehalten hatte.

Mike Wiedemann komplettierte mit Rang drei bei den Big Bikes den deutschen Doppelerfolg – und unterstrich die Stärke der Yamaha Ténéré gegen die leichtere 450er-Konkurrenz.


Mehr als ein Sieg

Dieser Triumph ist mehr als nur ein Eintrag in der Ergebnisliste. Er steht für Teamgeist, Durchhaltevermögen und den Spirit einer Rallye, in der jeder jedem hilft – vom Profi bis zum Rookie in der Raid-Kategorie.

Zwischen Biwak, Benzingesprächen und endlosen Dünen entstand eine Geschichte, die bleibt: Zwei Deutsche schreiben auf Afrikas härtester Route Motorsportgeschichte.


Kevin Gallas: Erst kurz vor der letzten Etappe war mir klar, dass es wirklich um den Overall-Sieg gehen würde. Dann hieß es ‚all in‘ für die letzte kurze Stage, ich war extrem fokussiert auf die Navigation und als ich ins Ziel kam, konnte ich es überhaupt nicht realisieren, es war so unwirklich. Als Kind habe ich Stéphane Peterhansel zugeschaut, wie er am Lac Rose ins Ziel fährt und die Dakar gewonnen hat – jetzt habe ich das Rennen nach Dakar gewonnen und Stéphane war im Ziel und gratuliert mir. Der erste Sieg für Deutschland und der erste für Yamaha beim Africa Eco Race, das spricht für die Arbeit vom ganzen Team, wofür ich extrem dankbar bin.

Kevin schrieb als erster deutscher Sieger Geschichte beim Africa Eco Race. Auch die ursprüngliche Rallye Dakar auf dieser legendären Route hatte zuvor noch nie ein deutscher Fahrer gewonnen.




Mike Wiedemann sicherte sich auf seiner Ténéré nach einem spektakulären dritten Platz im traditionsreichen Strandrennen zum Lac Rose – auch wenn dieses nur für Ruhm und Ehre gewertet wurde – am Ende hochverdient Rang drei in der Klasse der Big Bikes sowie Platz vier im Gesamtklassement. Dieses Wahnsinnsergebnis kann er selbst noch kaum fassen.


Mike Wiedemann: „Dass es so gut lief, hätte ich mir nie erträumt. Ich konnte meine Stärke in der Navigation voll ausspielen, war körperlich perfekt vorbereitet und beendete alle zwölf Tage ohne Probleme oder größere Stürze. Wie bisher bei jeder Rallye habe ich gerade auf den letzten, schwierigen Etappen noch einmal richtig Zeit gutgemacht; ich denke, auch das ist eine meiner größten Stärken. Die Ténéré war ein absoluter Traum während der ganzen Rallye, mein Mechaniker Marc hatte außer dem täglichen Service nahezu keine Arbeit am Motorrad. Ich bineinfach nur happy.“

Auch die zwei Schützlinge in Mikes eigenem Team vor Ort schafften es überglücklich ins Ziel in Dakar.


Weitere Informationen, Video- und Bildmaterial unter:


Quelle/Fotos:

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