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| People | History ► Enduro Emmes NR.: 1

  • Autorenbild: Uwe Laurisch
    Uwe Laurisch
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

just ride 01 | 2026 | History



Enduro Emmes – filmische Zeitgeschichte des Endurosports


Enduro Emmes ist ein deutschsprachiges Filmprojekt, das sich der Dokumentation und historischen Aufarbeitung des Enduro-Motorradsports widmet. Hinter dem Namen steht Frank Selter, Kameramann, Cutter und Endurofahrer aus dem Erzgebirge, der den Sport seit Jahrzehnten nicht nur erlebt, sondern auch filmisch bewahrt.


Geboren 1961, begann Selter bereits in den 1970er-Jahren mit dem Endurofahren. Geprägt wurde diese Zeit durch die GST Enduro Zwönitz, aus deren Umfeld auch Fahrer wie Ulrich Fabke (MZ) und Bernd Lämmel (Simson) hervorgingen. Die aktive Laufbahn führte ihn zu mehreren Teilnahmen an DDR-Meisterschaften, ehe ein schwerer Verkehrsunfall im Jahr 1989 seine sportliche Karriere abrupt beendete.



Ein Jahr später markierte die Begegnung mit Günter Mayer, dem Herausgeber des Offroad-Magazins bei Eurosport, einen Wendepunkt. Aus der gemeinsamen Leidenschaft für den Geländesport entwickelte sich der Einstieg in die filmische Dokumentation des Endurosports. In den frühen 1990er-Jahren erhielt Selter Zugang zu internationalen Enduro-Veranstaltungen und begann, Rennen und Persönlichkeiten mit der Kamera festzuhalten – zu einer Zeit, in der Übertragungs- und Nutzungsrechte noch nicht vollständig kommerzialisiert waren. Diese Phase erlaubte eine ungewöhnlich freie, authentische Form der Berichterstattung, lange bevor Promoter wie Alain Blanchard das Bild des modernen Endurosports prägten.


Unter dem Projektnamen Enduro Emmes entstanden im Laufe der Jahre zahlreiche Filme und Videoarbeiten. Der thematische Schwerpunkt liegt auf historischen Rennen, klassischen Weltmeisterschaften sowie der zeitgeschichtlichen Entwicklung des Enduro-Geländesports. Viele dieser Arbeiten sind heute auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal zugänglich, der als digitales Archiv fungiert.


Das Besondere an Enduro Emmes ist die Kombination aus Rennaufnahmen und erzählerischer Tiefe. Selters Filme beschränken sich nicht auf sportliche Ergebnisse, sondern ordnen Ereignisse ein, erzählen Hintergründe und lassen Zeitzeugen sprechen. Persönliche Kommentare und emotionale Nähe zum Sport verleihen den Beiträgen eine Authentizität, die weit über klassische Rennberichterstattung hinausgeht.

So ist Enduro Emmes mehr als eine Videosammlung: Es ist ein filmisches Zeitdokument des Endurosports – und eine wertvolle Quelle für all jene, die sich nicht nur für Geschwindigkeit und Technik interessieren, sondern für die Geschichte, die Menschen und den Geist einer Sportart, die sich in der heutigen Zeit in ein Klein Klein aufgespalten hat. Oder ist es der Zeitgeist?


Warum ein Blick zurück dem Enduro heute guttut

Gemeinsam mit Frank Selter und Just ride wollen wir in den kommenden Ausgaben nicht nur in das goldene Zeitalter des Endurosports der 1990er-2000ter Jahre eintauchen und den Spuren unserer damaligen Helden folgen. Wir wollen erinnern, bewahren und verstehen. Und wir wollen uns fragen, was diesen Sport einst ausgemacht hat – und was davon heute noch lebt. Denn manchmal lohnt es sich, zurückzublicken, um zu begreifen, warum der Endurosport heute so ist, wie er ist.


Wir greifen zu unserem History-Projekt dabei blind in das Film-Regal bei Emmes im Schnittstudio.

Der erste Griff fasste ausgerechnet einen Six Days Film, um genau zu sein die 66. Six Days Enduro 1991. Ein Ohmen, wenn man auf die international Six Days Enduro (ISDE) 2026 blickt... Der 100. Wettbewerb seit 1913 aber eine Sixdays ohne Deutschland.

Robert Pairan auch für uns der Enduro-Redakteur in der Enduro-Szene hat dazu bei Baboons, einen Artikel veröffentlich der das - warum es so ist wie es ist - nicht besser treffen hätte können. Echt lesenswert und deshalb hier auch noch mal der Link dahin: Sixdays ohne Deutschland



Wer jetzt ab Minute 7.25 genau hinhört und dann noch den Kommentar zur Nichtteilnahme der Österreicher genau lauscht, wird ganz schnell feststellen da stehen wir heute...


Ohne zu übertreiben war eine Begegnung – wenn mich nicht alles täuscht 1982 in der damaligen ČSSR – der Ausgangspunkt für eine Freundschaft, die bis heute anhält, und letztlich auch für den Erfolg einer Berichterstattung „mit Hosenboden“.

Die Art und Weise, diese Sportart authentisch in Szene zu setzen, ist nicht allein das Verdienst eines Kameramanns. Dazu braucht es die fachliche Kompetenz, das logistische Geschick und das Hintergrundwissen eines Journalisten vom Schlage eines Robert Pairan. Ganz zu schweigen von seinem akribisch durchdachten Zeitmanagement und dem Enthusiasmus für den Sport, der uns verbindet.


Robert im Bild mit der Kamera, wieder einmal ganz nah dran/ Foto: Marco Burkert

Die genaue Geschichte ist folgende: Robert und ich lernten uns beim Aufstauen eines Baches kennen, um die Gegebenheiten für ein Enduro-Rennen trotz Wassermangels auf ein würdiges Niveau zu bringen.

Selbst Stefan Merriman gestand mir nach einer Veranstaltung, dass er „immer dann Schwierigkeiten hatte“, wenn er mich mit der Kamera entdeckte – woran das wohl gelegen haben mag.

Und um den Stellenwert einer Kamera zu unterstreichen:

Juha Salminen stellte bei einer Abfahrt in Frankreich (ich weiß nicht mehr genau wo) fest, dass meine Kamera noch nicht ready war – und verschwand kurzerhand wieder im Unterholz.

Erst als mein Daumen-hoch-Signal kam, setzte er seine Fahrt fort und war später natürlich im Offroad Magazin mit von der Partie.


Bis zur nächsten Just ride - Ausgabe always rid enduro euer Enduro Emmes.

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