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| Racing | Eisspeedway ► Saisonvorschau

  • Autorenbild: Uwe Laurisch
    Uwe Laurisch
  • vor 3 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

just ride 01 | 2026 | Racing |


Eisspeedway-Saison 2026: Zwischen Aufbruch und Bewährungsprobe


Spektakulär wie sich der Eisspeedway international präsentiert, auch wenn er im deutschsprachigen Raum inzwischen leider rar geworden ist, bleibt das Interesse – insbesondere in Inzell – ungebrochen. Das zeigte sich zuletzt eindrucksvoll beim regelrechten Run auf die Tickets.



Neuerungen im WM- und EM-Kalender

Einige Neuerungen bringt der Rennkalender 2026 auf Ebene der großen WM- und EM-Prädikate mit sich. Die wohl größte Veränderung: In Heerenveen wird wieder eine Mannschaftsweltmeisterschaft ausgetragen. Nach aktuellem Stand sollen sechs Teams teilnehmen. Auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht, ist davon auszugehen, dass Schweden, Finnland, Österreich, Deutschland, die Niederlande und Tschechien am Start sein werden. Beim weiterhin geltenden Ausschluss russischer Athleten dürfte dies für ein ausgeglichenes und spannendes Rennen sorgen.

Bei aller Freude über die Rückkehr des Teamwettbewerbs bleibt jedoch ein fader Beigeschmack: Ein Grand-Prix-Event entfällt, sodass die Einzel-Weltmeisterschaft 2026 nur noch in drei statt bislang vier Rennen entschieden wird. Das lässt noch weniger Spielraum für Fehler – und die beiden WM-Runden in Inzell dürften entsprechend hart umkämpft sein.

Auch die Eisspeedway-Europameisterschaft wechselt ihren Austragungsort. Nach Jahren in Polen wird der EM-Titel diesmal in Finnland vergeben. Die aufstrebenden Finnen haben mit Heikki Huusko und Max Koivula gleich zwei ihrer Topfahrer nominiert und wollen beim Heimspiel natürlich um Medaillen kämpfen.


Hoffnung auf eine Trendwende an der Basis

Abgesehen von der Rückkehr der Team-WM und dem neuen EM-Austragungsort gibt es bislang zwar nicht allzu viele Neuerungen, dennoch bleibt eine leise Hoffnung auf eine Trendwende – insbesondere an der Basis des deutschen Eisspeedwaysports.

Das äußerst umtriebige Inn Isar Racing Team, dessen Engagement manchen Verband alt aussehen lässt, hat es geschafft, nicht nur für seine etablierten Fahrer wieder ein Trainingslager zu organisieren, sondern auch selbst ein Team-Motorrad aufzubauen und gleich vier Rookies ins Trainingslager zu integrieren. Ein enorm wichtiger Schritt für die Zukunft des Sports.

Parallel dazu sorgen die Comebacks von Hans Weber und Christoph Kirchner – Letzterem widmen wir eine eigene Story – für eine spürbare Entlastung im deutschen Fahrerpool, der im vergangenen Jahr bedenklich dünn war.


Positive Signale aus Österreich

Auch ein Blick nach Österreich stimmt optimistisch. Mit Harald Simon kehrt ein weiterer Publikumsliebling zurück. Simon, nach längerer Pause, und ein erholter Franz Zorn sorgten bereits in Schweden für Furore. Da zudem Martin Posch nach seinem Auftritt in Weissenbach ebenfalls wieder nach Schweden gehen wird, verfügt auch Österreich weiterhin über mehrere aktive Eisspeedwayfahrer.

Auf Fahrerseite gibt es damit einige Lichtblicke. Die Rückkehr mehrerer Piloten verspricht bereits Ende Januar ein extrem spannendes Qualifikationsrennen zur Eisspeedway-WM in Örnsköldsvik – und hoffentlich ebenso packende WM-Läufe in Inzell und Heerenveen. Mit etwas Glück und ausreichend Frost vielleicht sogar wieder in St. Johann oder Tschechien. Vielleicht folgt auch bei den Veranstaltungen langfristig eine Trendwende, sodass wir in der Vorschau auf 2027 von einem wachsenden Rennkalender berichten können. Wünschen würde man es sich – und die Fans der Sportart ganz sicher auch.



Deutsche Fahrer im Fokus vor der WM-Qualifikation

Deutschland kann in dieser Saison wieder weitestgehend aus dem Vollen schöpfen. Auch wenn Markus Jell und Benedikt Monn weiterhin pausieren, hat sich die Lage durch die Rückkehr von Hans Weber und Christoph Kirchner deutlich entspannt. Zudem hat Marc Geyer mit einem Startplatz in der EM wieder eine Perspektive.

Gerade im Hinblick auf die Team-WM zum Saisonabschluss in Heerenveen ist dies eine gute Ausgangslage, um ein starkes deutsches Team aufzustellen. Für die Einzel-WM gilt es jedoch zunächst, die Qualifikation für die Rennen in Inzell und Heerenveen zu meistern – und aus deutscher Sicht hat man dabei gleich vier Eisen im Feuer.


Hans Weber

Mit neuen Erkenntnissen zurück in Richtung WM

Nach einjähriger Pause absolvierte Hans Weber in Weissenbach sein erstes Training unter Rennbedingungen – und das eindrucksvoll. Der 41-Jährige startete viermal und gewann alle vier Läufe.

„Ich sehe meine Position jetzt nicht irgendwo auf Platz zwölf in der WM“, gibt sich Weber selbstbewusst. „Ich will die Qualifikation schaffen und dann im vorderen Drittel mitfahren.“

Weiterhin arbeitet Weber eng mit dem Österreicher Martin Posch zusammen. „Das Jahr von außen hat mir wahnsinnig viel gebracht. Ich konnte Dinge beobachten, die man als aktiver Fahrer nicht wahrnimmt – gerade bei der Abstimmung zwischen Kunst- und Natureis.“ Aktuell arbeitet Weber unter anderem an einem neuen Stoßdämpfer-Prototypen.

„Die richtige Motorradabstimmung zu finden, ist extrem schwierig.“

Max Niedermaier

Im Supercup noch nicht am Limit

Nach dem knapp verpassten WM-Titel 2024 und einem sturzreichen Jahr 2025 hat der Bayer wieder neuen Mut geschöpft. Die Vorbereitung in Schweden verlief solide, auch wenn die Ergebnisse im Supercup mit Rang zehn aktuell noch nicht glänzen.

„Ich sehe diese Rennen als Training und gehe bewusst noch nicht ans Limit“, erklärt Niedermaier.

Wichtig sei vor allem gewesen, sturzfrei zu bleiben und Vertrauen ins Motorrad zurückzugewinnen.

Ein Laufsieg und insgesamt acht Punkte beim Paarrennen in Avesta sorgten zusätzlich für Selbstvertrauen vor der WM-Qualifikation.


Luca Bauer

Klare Priorität: WM-Qualifikation

Mit Platz drei am zweiten Renntag in Inzell zeigte Luca Bauer 2025 starke Leistungen, verpasste jedoch in Heerenveen die direkte WM-Qualifikation. 2026 geht er erneut mit italienischer Lizenz an den Start.

„Die Qualifikation Ende Januar ist für mich das erste wirklich wichtige Rennen“, stellt Bauer klar.

Supercup-Rennen dienen vor allem der Vorbereitung. Auch die EM will Bauer fahren, um im Rennrhythmus zu bleiben.


Maximilian Niedermaier

Außenseiter mit Erfahrung

Vier WM-Einsätze im Vorjahr brachten Maximilian Niedermaier wertvolle Erfahrung. Die Vorbereitung mit dem Inn Isar Racing Team in Schweden verlief lehrreich, auch wenn die Ergebnisse im Supercup noch überschaubar sind.

„Die Qualifikation wird brutal hart. Man braucht einen perfekten Tag – und auch etwas Glück“, so Niedermaier, der aktuell zudem erster Nachrücker für die EM in Finnland ist.

Franz Mayerbüchler

Der Traum vom Heimrennen

Für Lokalmatador Franz Mayerbüchler hat das Rennen in Inzell eine ganz besondere Bedeutung. Um bestmöglich vorbereitet zu sein, schloss er sich dem Inn Isar Racing Team an und reiste mit nach Schweden.

„Teil des Teams zu sein, macht vieles leichter. Es ist alles top organisiert“, so Mayerbüchler, der hofft, nach der WM-Qualifikation einen Startplatz in Inzell zu erhalten.


Österreichs Rückkehrer sorgen für Aufsehen



Franz Zorn

Mensch und Technik wieder im Einklang

Nach einer von Verletzungen geprägten Saison 2025 ist Franz Zorn wieder in starker Frühform. Ein neues Motorrad, intensive Vorbereitung und vorsichtiger Saisonstart zahlten sich aus.

„Ich habe mein Gefühl wiedergefunden“, so Zorn, der nun die Qualifikation zur WM anpeilt.


Harald Simon

Comeback nach Anruf

Eigentlich hatte Harald Simon nach WM-Bronze 2023 seine Karriere beendet. Ein Anruf von Ove Ledström änderte alles. Nach Trainings in Schweden folgten starke Auftritte im Supercup, darunter ein dritter Platz in Östersund. Auch körperlich ist Simon wieder fit – der Rücken macht keine Probleme mehr. Die logische Folge: die Nominierung für die Europameisterschaft.


Die wichtigen Termine:

2026 EISSPEEDWAY-WELTMEISTERSCHAFT

  • 31. Januar: Qualifikation zur WM, Örnsköldsvik/S

  • 14./15. März: WM-Finale 1 + 2, Inzell/D

  • 11. April: WM-Finale 3, Heerenveen/NL

  • 12. April: Team-WM, Heerenveen/NL


EISSPEEDWAY-EUROPAMEISTERSCHAFT

  • 21. Februar: Varkaus/FIN



Quelle: Print-Partnermagazine BSA + MCE / Manuel Wüst
In der 2er Ausgabe 2026 ist alles rund um den Eisspeedway-Sport und die ersten Infos zur Saison 2025/26 reichlich bebildert ausführlich aufbereitet:

Fotos: GOOD-SHOT.COM /Reygondeau



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