| RACING | Gliwice / Riesa / Bilbao/Budapest ► FIM SuperEnduro-Weltmeisterschaft 2025/2026
- Uwe Laurisch

- vor 3 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
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SuperEnduro-WM 2025/2026 - Halbzeit - Prestige

Indoor-Enduro auf Weltklasse-Niveau
Mit der Saison 2025/2026 erlebt die FIM SuperEnduro World Championship eine ihrer spektakulärsten Ausgaben der letzten Jahre. Volle Arenen, ein extrem starkes Fahrerfeld und Rennen, die regelmäßig am Limit entschieden werden, prägen den bisherigen Verlauf.
Bereits zur Saisonhalbzeit zeichnet sich ab:
Diese WM gehört zu den intensivsten Indoor-Enduro-Serien der letzten Dekade.
Noch 3 Runden
21. Feb 2026 – Belgrad (Serbien), 28. Feb 2026 – Newcastle (UK)
7. März 2026 – Douai (Frankreich) (Finale)
Die SuperEnduro-WM bleibt ihrem bewährten Winter-Format treu. Zwischen Dezember 2025 und März 2026 gastiert die Serie in mehreren europäischen Metropolen. Enge Arenen, künstliche Hindernisse aus Felsen, Baumstämmen, Reifen und Betonblöcken sorgen für die typische Mischung aus Technik, Kraft und Präzision.
Besonders hervorzuheben ist der neue Austragungsort Belgrad, der erstmals Teil des Kalenders ist – ein klares Zeichen für das Wachstum der Serie in Südosteuropa. Klassiker wie Riesa und Gliwice sind den Erwartungen der Fans voll gerecht geworden. Das große Finale in Frankreich rundet den Kalender ab.

Das Prestige-Feld: Mehr Top-Fahrer geht kaum
Schon vor dem Saisonstart war klar: Das Prestige-Fahrerfeld ist außergewöhnlich stark besetzt. Gleich mehrere Weltmeister aus unterschiedlichen Offroad-Disziplinen treffen in den Hallen aufeinander:
Billy Bolt – der Maßstab im SuperEnduro, Titelverteidiger und Referenz in Sachen Indoor-Speed
Jonny Walker – erfahren, konstant und einer der technisch stärksten Fahrer im Feld
Manuel Lettenbichler (Foto) – Hard-Enduro-Champion, ist vor dem Lauf in Bilbao verletzungsbedingt leider raus
Josep Garcia – Enduro-Weltmeister, der sich der SuperEnduro-Herausforderung auch gestellt hat
Ergänzt wird das Feld durch Spezialisten wie die Brightmore-Brüder, Eddie Karlsson und weitere internationale Top-Piloten. Das Niveau ist hoch, Fehler werden gnadenlos bestraft – genau das, was SuperEnduro ausmacht.
WAS WAR?

Saisonstart: Bolt setzt das erste Ausrufezeichen
Runde 1 – Gliwice (Polen)
Der Auftakt in Polen zeigte sofort, wohin die Reise geht. Billy Bolt (Foto) präsentierte sich in absoluter Topform: Schnellste SuperPole-Zeit, kontrollierte Heats und ein souveräner Gesamtsieg. Hinter ihm lieferten sich Walker und Karlsson harte Kämpfe um die Podestplätze. Das Signal war klar: Wer Weltmeister werden will, muss an Bolt vorbei.

Riesa: Klare Machtdemonstration
Runde 2 – Riesa (Deutschland)
Vor ausverkaufter Halle folgte einer der beeindruckendsten Abende der bisherigen Saison. Billy Bolt gelang ein perfekter Renntag – Siege in allen Läufen, keine Fehler, keine Schwächen.
Spannend wurde es dahinter: Jonny Walker bestätigte seine Konstanz mit Platz zwei, während Josep Garcia (Foto) mit einem Podestplatz endgültig bewies, dass er nicht nur im klassischen Enduro zur Weltspitze gehört. Riesa zeigte außerdem einmal mehr, warum Deutschland zu den emotionalsten Stopps im Kalender zählt.

Spanien: Technik statt roher Gewalt
Runde 3 – Bilbao (Spanien)
Der Kurs in Bilbao verlangte den Fahrern besonders viel technische Präzision ab. Enge Sektionen, schwierige Linien und wenig Raum für aggressive Manöver machten die Rennen taktischer.
Billy Bolt blieb erneut der Mann, den es zu schlagen gilt, doch Jonny Walker (Foto) rückte näher heran und sammelte erneut wichtige Punkte. Garcia etablierte sich konstant in den Top-Fünf – ein starkes Ergebnis für einen Fahrer, der bekanntlich nicht aus dem klassischen SuperEnduro-Umfeld stammt.
Beim spanischen Heimrennen zeigte Josep Garcia eine solide Leistung und beendete den Abend auf Gesamtrang fünf. Auf der besagten engen, extrem technisch gesteckten Strecke, die kaum Raum für Fehler ließ, musste sich der Enduro-Weltmeister jeden Platz hart erkämpfen.
In seinen drei Wertungsläufen fuhr Garcia die Platzierungen 6–5–8 ein und sammelte damit wertvolle WM-Punkte. Für den Spanier war es der dritte Wildcard-Start in der SuperEnduro-Serie – erneut unter Beweis gestellt, dass er auch im Indoor-Format konkurrenzfähig ist, obwohl dieses deutlich andere Anforderungen stellt als klassisches Enduro oder Hard Enduro.
Josep Garcia: „Es war nicht mein bester Tag hier in Spanien. Die Strecke war sehr technisch, fast wie bei einem Trial, deshalb fiel es mir schwer, mich wohlzufühlen. Ich habe wie immer mein Bestes gegeben und in jedem Rennen versucht, alles zu geben, aber ich habe auch viele Fehler gemacht. Im letzten Rennen hatte ich einen guten Start, bin dann aber in der dritten Runde gestürzt und habe mir den Schalthebel kaputt gemacht. Dadurch war ich im dritten Gang gefangen, und leider war die Strecke eher für den zweiten Gang geeignet. Von da an habe ich mich nur noch darauf konzentriert, ins Ziel zu kommen. Ich konnte insgesamt den fünften Platz erreichen, womit ich in meinem erst dritten SuperEnduro-Rennen trotzdem zufrieden bin. Die Stimmung beim Publikum war super, deshalb hoffe ich, nächstes Jahr wieder hier zu sein.“
Nicht am Start war hingegen sein Teamkollege Manuel Lettenbichler. Der amtierende Hard-Enduro-Champion musste kurzfristig auf einen Renneinsatz verzichten, nachdem er sich im Training eine Fingerverletzung zugezogen hatte. Eine Vorsichtsmaßnahme, um kein unnötiges Risiko im weiteren Saisonverlauf einzugehen.

Meisterschaftsbild zur Halbzeit
Prestige-Klasse
Zur Saisonmitte zeichnet sich wie im Foto ein klares Bild ab:
Billy Bolt führt die WM an und ist weiterhin der Fahrer, an dem sich alle messen müssen
Jonny Walker punktet mit Konstanz und bleibt der gefährlichste Verfolger
Dahinter entwickelt sich ein enger Kampf um die Podest- und Top-Fünf-Plätze. Noch ist die WM nicht entschieden, doch Bolt hat sich ein wichtiges Polster erarbeitet. Die kommenden, extrem fordernden Rennen könnten dennoch immer für Überraschungen sorgen.
Billy Bolt über das letzte Rennen in Bilbao: „Es war ein richtig guter Abend und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Strecke war extrem schwierig und ganz anders als das, was wir gewohnt sind, was den Abend für alle zu einer Herausforderung machte. Auch wenn es auf der Strecke nicht perfekt lief, wusste ich, dass das Tempo da war. Deshalb blieb ich ruhig, konzentrierte mich auf meine Stärken und vertraute dem Ablauf. Wir mussten im Laufe des Abends ein paar Anpassungen vornehmen, aber das Team hat großartige Arbeit geleistet und wir haben alles gut gemeistert. Insgesamt bin ich mit meiner Fahrleistung und dem Gesamteindruck sehr zufrieden. Die Unterstützung war wieder einmal unglaublich und die Atmosphäre hier in Bilbao war fantastisch.“
Ungarn: Bolt regiert die Prestige-Klasse
Runde 4 – Budapest (Ungarn)
Budapest wurde zur Bühne der Extreme: Enge Hallensektion, gnadenlose Hindernisse und ein Prestige-Feld auf Weltklasse-Niveau. Beim SuperEnduro-Stopp in der ungarischen Hauptstadt zeigte sich einmal mehr, wer aktuell der Maßstab der Szene ist.
Billy Bolt: Der Boss der Halle
Billy Bolt ließ keinen Zweifel daran, wer das Tempo vorgibt. Mit explosiven Starts, nahezu fehlerfreien Linien und beeindruckender Kontrolle dominierte der Husqvarna-Pilot den Abend. Mehrere Finalsiege sicherten ihm den Gesamttagessieg und wertvolle Punkte für die Weltmeisterschaft.

Foto: Husqvarna Factory Racing
Billy Bolt: „Es war ein großartiger Abend hier in Budapest, und wie immer waren die Fans fantastisch. Die Strecke hatte einen guten Flow, aber ehrlich gesagt hatte ich heute nicht das Gefühl, der Schnellste zu sein. Deshalb fühlt es sich richtig gut an, unter diesen Umständen trotzdem den Gesamtsieg geholt zu haben. Ich habe es geschafft, mich in die richtigen Positionen zu bringen und Fehler zu minimieren. Auf so einer Strecke ist schon ein fehlerfreier Abend ein Sieg für sich. Mitch ist gut gefahren, besonders im letzten Rennen – er war den ganzen Tag über schnell, es war also ein harter Kampf. Was soll ich sagen? Drei Siege, wieder ein perfekter Abend, ich beschwere mich definitiv nicht.“
Walker fordert, Bolt liefert
Jonny Walker präsentierte sich kämpferisch und aggressiv. Der Brite konnte Bolt phasenweise unter Druck setzen und glänzte mit starken Einzelresultaten, musste sich am Ende aber erneut geschlagen geben. Platz zwei – solide, aber nicht genug, um den Dominator ernsthaft zu stoppen.
Brightmore-Brüder auf dem Vormarsch
Ashton Brightmore fuhr ein starkes, konstantes Rennen und belohnte sich mit dem Podiumsplatz. Bruder Mitchell blieb ebenfalls stabil und sammelte wichtige Top-5-Punkte. Das britische Nachwuchsduo zeigt: Die Zukunft der Prestige-Klasse klopft bereits an.
Technik, Show, Atmosphäre und Zugänglichkeit
SuperEnduro ist mehr als nur Racing. Show, Fahrerpräsentationen und der direkte Kontakt zwischen Publikum und Athleten machen jede Runde zu einem Event. Gleichzeitig entwickeln sich auch die Motorräder stetig weiter – denn extreme Haltbarkeit ist neben dem fahrerischen Können entscheidend für den Erfolg.
Fazit
Budapest bestätigte, was sich durch die Saison zieht:
Billy Bolt ist aktuell das Maß aller Dinge
Walker bleibt der härteste Verfolger
Die Brightmores etablieren sich endgültig in der Spitze
Mit diesem Sieg baut Bolt seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus – und schickt ein klares Signal an die Konkurrenz: Wer Weltmeister werden will, muss an ihm vorbei.
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Also Kumpel einladen, das Bier kaltstellen und einen
schönen Abend genießen. #alwaysrideenduro
Privates Public Viewing und du bestimmst wer kommt.

Die SuperEnduro-WM 2025/2026 bestätigt eindrucksvoll, warum Indoor-Enduro einen festen Platz im internationalen Motorsport hat. Hochklassige Fahrer, gut gefüllte Arenen und sportliche Dramatik machen die Serie zu einem echten Winter-Highlight.
Bei den ausstehenden Runden bleibt offen, ob jemand Billy Bolt noch ernsthaft gefährden kann.
Sicher ist jedoch: Langweilig wird es nicht.
Stand nach 4 von 7 Läufen
► Hier gibt es das letzte Rennen in Bilbao noch einmal in allen gefahrenen Klassen ausführlich beschreiben und bebildert aufbereitet.
Die vollständigen Ergebnisse des SuperEnduro GP von Spanien finden Sie hier:
Meisterschaftsstand (nach Runde 4)
1. Billy Bolt (Husqvarna) 249 Punkte
2. Jonny Walker (Triumph) 188 Punkte
3. Mitch Brightmore (GASGAS) 169 Punkte
4. Eddie Karlsson (Stark) 153 Punkte
5. Dominik Olszowy (Rieju) 101 Punkte
6. Josep Garcia (KTM) 99 Punkte
11. Manuel Lettenbichler (KTM) 59 Punkte












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